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Die Geschichte der Landesvertretung

Auf dem Bild ist die Villa am Rhein in Bonn als ausgebrannte Ruine im Jahre 1949 zu sehen.

Im Laufe der langen Geschichte seiner Selbstständigkeit war Bremen stets bestrebt, seine Interessen zu wahren und auf politische Prozesse Einfluss zu nehmen. Im 17. Jahrhundert wurde Bremen zur Freien Unmittelbaren Reichsstadt erklärt und erhielt somit seine Souveränität. Gesandte Bremens waren beim Heiligen Römischen Reich, beim Deutschen und Norddeutschen Bund sowie beim Deutschen Reich vertreten. In der Weimarer Republik verlor die Vertretung aufgrund der zentralistischen Ausrichtung des Staates an Bedeutung. Im Dritten Reich gab es nur noch eine gemeinsame Interessenvertretung mit Oldenburg.

Ein Blick von der gegenüberliegenden Rheinseite auf die Villa bei Sonnenschein

Die Geschichte der Bremer Landesvertretung begann 1949 in Bonn. Bremen hatte bereits frühzeitig auf Bonn als Hauptstadt gesetzt und erwarb dort als eines der ersten Bundesländer eine Immobilie. Für 150.000 DM kaufte Bremen eine ausgebrannte Villa in herrlicher Lage direkt am Rhein, die nach Instandsetzung im Oktober 1950 eingeweiht wurde.

Die Hausnummer 9 in der Schaumburg-Lippe-Straße wurde für fast 50 Jahre die gute Adresse Bremens in der damaligen Hauptstadt.

Mit dem damaligen Bremer Bürgermeister Wilhelm Kaisen unternahm er 1950 eine Reise in die USA, bei der viele wichtige Kontakte für Bremens Häfen und den Schiffsbau geknüpft wurden. Bürgermeister Wilhelm Kaisen, mit dem er 1950 eine Reise nach Amerika unternahm, bei der viele wichtige Kontakte für Bremens Häfen und den Schiffsbau geknüpft wurden.

Erster bremischer Bevollmächtigter am Rhein wurde 1949 Dr. Karl Carstens, der spätere Bundespräsident. Er vertrat die bremischen Interessen sehr erfolgreich bei den enorm wichtigen Weichenstellungen in der noch jungen Bundesrepublik.

Die Bevollmächtigten von 1947 bis heute. mehr

Auf dem Foto ist die Kajüte in der Landesvertretung Bremen zu sehen. Die Kajüte ist ein holzgetäfelter Raum, der einer Schiffstkajüte nachempfunden ist.

Mit der Zeit wuchsen die Ansprüche an die Landesvertretung und damit deren Aufgaben und so wurden im Laufe der Jahre mehrere Um- und Erweiterungsbauten notwendig. 1973 wurde das neben der Villa gelegene Bürogebäude mit der Hausnummer 7 angemietet. Im Haupthaus fanden weiterhin die repräsentativen Veranstaltungen statt. Glanzlicht und Schauplatz vieler Verhandlungen und politischer Debatten war die 1976 eingebaute „Kajüte“. Eine Kellerbar, die von einer Bremerhavener Werft im maritimen Stil mit Bullaugen und Schiffsglocke im Untergeschoss des Hauses eingebaut wurde.

Zu sehen ist das Bremer Wappen. Dieses handgeschmiedete Wappen zierte einst die Eingangstür der Villa am Rhein und hängt nun im Eingangsbereich der Landesvertretung in Berlin.

Der Fall der Mauer im November 1989 mit der darauf folgenden Deutschen Wiedervereinigung bedeutete auch eine gravierende Veränderung für die Bremer Landesvertretung. Bremen reagierte sofort und eröffnete bereits Ende 1990 eine erste kleine Repräsentanz in Berlin.

Nachdem der Bundestag im Juni 1991 beschloss, Berlin wieder zur Deutschen Hauptstadt zu machen, folgte die Einigung der Ministerpräsidenten, ihre Landesvertretungen nach Berlin zu verlegen. Die endgültige Entscheidung fiel im September 1996, als der Bundesrat beschloss, nach Berlin umzuziehen. Die alte Villa in Bonn hatte somit ausgedient und wurde bereits ein Jahr vor dem Umzug verkauft. Die Landesvertretung arbeitete derweil im Bürogebäude nebenan weiter, während die Umzugsplanungen auf Hochtouren liefen.

Auf dem Foto ist der Rohbau der Landesvertretung Bremen mit Baukränen im Dezember 1998 zu sehen.

Es galt nun, ein passendes Grundstück für die Landesvertretung in Berlin zu finden. Bereits im Jahr 1957 hatte Bremen, damals in der Erwartung, Berlin würde in nicht allzu ferner Zukunft wieder Hauptstadt werden, ein Grundstück im Berliner Bezirk Tiergarten gekauft. Nachdem diverse Pläne zur Bebauung des Grundstückes immer wieder verworfen wurden, hatte man jedoch 1983 entschieden, das Grundstück an Berlin zu verkaufen.

Bremen gelingt es jedoch 1995, fast in gleicher Lage ein Grundstück zu kaufen. Das Architektenbüro Léon Wohlhage Wernik Architekten GmbH bekam den Zuschlag für den Neubauwettbewerb und errichtete einen Gebäudekomplex mit Büro- und Veranstaltungsräumen sowie einem separaten Wohnturm für die Gästezimmer, der schon bald aufgrund seiner Farbe den Spitznamen „Leuchtturm Roter Sand“ bekommt.

Zu sehen ist ein alter Schiffsanker im Innenhof vor der Kajüte der Landesvertretung.

Die Landesvertretung verbindet nun moderne Architektur mit dem maritimen Charme, der insbesondere durch den Um- und Einbau der alten „Bonner Kajüte“ im Keller dieses Hauses verkörpert wird. Auch ein alter Schiffsanker, der vor dem Haus in Bonn gelegen hatte, zog mit nach Berlin um.

Am 10. September 1999 wurde dann die neue Bremer Landesvertretung in Berlin in Anwesenheit des damaligen Bundespräsidenten Dr. h.c. Johannes Rau feierlich eingeweiht.